Rezension

Bruecken im Cadillac, 01.04.2022

BRUECKEN sind eine Band aus dem Norden von Deutschland,die instrumentale Musik spielt. Auf ihren zwei bisherigen Alben bieten BRUECKEN eine Klangsprache von explodierenden Gitarrenwänden bis zu leisen, andächtigen Momenten. Mit Einflüssen aus den unterschiedlichen Vorlieben, die jeder einzelne mit in das Kollektiv bringt, entsteht eine unorthodoxe, aber miteinander verwobenen Form atmosphärischer Musik, die die Grenzen von klassischem Post-Rock herausfordert.

BRUECKEN zeigen, dass sie sich mit ihrem transparent produzierten Post-Rock nicht vor Genre-Größen verstecken brauchen. Das Mastering durch Audiolegende Alan Douches trägt sein Übriges dazu.
Ein Abend mit großartiger instrumental Musik.

Als Vorband spielten Wolfredt aus Tallinn, Estland. Wolfredt startete einst als Solo-Home-Projekt von Margus Voolpriits, ist jedoch im Rahmen der Aufnahme des dritten Albums „Tides“ ausgewachsen zu einer vierköpfigen Band. Ebenfalls instrumentale Musik, auffallden lange Stücke, die begeisterten.

WENN OVERBCK ( WIEDER) KOMMT "Overbeck"- Darsteller Roland Jankowsky liest neue kriminelle Kurzgeschichten, 20.03.202, PFL Oldenburg

Ein subtiles, sehr unterhaltsam zu beobachtendes Spiel zwischen Vorleser und Schauspieler entwickelt sich und macht Jankowskys Lesungen zu einem augenzwinkernden, spaßigen Erlebnis. Der Kölner Schauspieler ist ein exzellenter Vorleser und seine Lesekunst verspricht allerbeste Unterhaltung.
Seine ruhige,Art dazu einen Tisch, eine Lampe, ein Glas Wasser, ein Mikrofon und natürlich Krimis und der Abend fängt an.

Zur Einstimmung gab es ein Krimi-Gedicht, kurz und knackig.
Dann folgten Doris und Peter, eine missglückten Affäre, bei der die Ehefrau ihrem Mann eins auswischen will, aber dann .......

Es folgten weitere Überraschungen in den nächsten Geschichten. Etwa im Keller der als Lager bezeichnet wird. Ein Camping Urlaub in Frankreich, ........
Ein Auftragskiller mit Vorliebe für Leipziger Allerlei und einem „Killer-Azubi“

Als Zugabe der ging es in eine Bäcker, zu einer Fachverkäuferin

In der Pause und nach der Lesung verbringt er viel Zeit mit den Besuchern, gibt Autogramme, signiert Bücher und macht mit jedem, der möchte, ein Foto.

Die verschiedenen Rollen in den Geschichten spricht er sehr bildhaft, er haucht, spricht schneller, sieht ins Publikum, zieht eine Augenbraue hoch, reibt sich das Kinn, die Hände wenn es die Szene braucht.Auch bei der Betonung der einzelnen Worte, den zielgenauen Pausen und der Satzmelodie zeigt sich der Profi. Wenn er den Satz sagt: „Das tat weh“, wird jedes Wort betont, mit Nachdruck und einer gleich langen Pause dazwischen.
Ausgestattet mit langjähriger Erfahrung als Radiosprecher und Vorleser, trägt Roland Jankowsky ausgewählte „kriminelle“ Kurzgeschichten vor. Sein „alter ego“ sitzt uneingeladen am Lese-Tisch und kommentiert den Vortrag mit Körpersprache,  Querverweisen und Bonmonts.

Seit vielen Jahren kennt man Roland Jankowsky aus verschiedenen TV-Formaten.
Es ist sein manchmal etwas sonderbarer Kommissar Overbeck, der die ZDF Krimireihe "Wilsberg"  seit über 60 Folgen in 20 Jahren in den Kultstatus erhob, sich einer großen, immer noch wachsenden Fangemeinde erfreut, trotz der vielen Fettnäpfchen, in die er tritt.
Jankowsky ist vielseitig aufgestellt:
Bühne,Theater,Lesungen, Studio,Chansons,Hörspiele

Lisa Eckhart, 03.03.2022, Bremen, Pier 2, Veranstalter: Koopmann Concerts

Ein Abend der einen in diesen Zeiten eine kleine Flucht erlaubt und doch so gesellschaftskritisch ist , das man kaum vergessen kann , in welcher Zeit man gerade lebt.
Eine selbstbewusste Frau kommt auf die Bühne mit nicht viel mehr an als einem Body und einem Morgenmantel. Die Hose lässt sie mit Absicht weg so wie sie später erklärt, damit sie die nicht vergessen kann.
Lisa Eckhart ist provokant , böse , gesellschaftskritisch und ehrlich. Und ja , Satire tut weh aber das darf sie auch. Denn einen Fehler sollte man bei Frau Eckhart nicht machen , sie zu persönlich nehmen oder sie gar dutzen und doch sollte man die Themen ernst nehmen die sie anspricht . Wenn man es schafft, ihr weder Antisemitismus noch Rassismus vorzuwerfen, dann genießt man einen Abend an dem viel gelacht und applaudiert wird , das ist jedenfalls die Reaktion des Bremer Publikums. Das muss einen allerdings auch nicht wundern bei den Bildern die im Kopf entstehen , wenn man sich zum Beispiel Angela Merkel reitend auf der Baerbock zum Putin vorstellt. Die mittlerweile altbekannte Corona Thematik lässt sie natürlich auch nicht unkritisiert. Mit am schlimmsten daran ist selbstverständlich so wie sie sagt das man sie seit der Maskenpflicht nicht mehr erkennt, was man natürlich gut nachvollziehen kann , schließlich musste sie sich nach eigenen Angaben nicht mal hoch schlafen,da sie ja viel zu schnell erfolgreich wurde und dafür keine Zeit blieb. Das ist nur ein kleiner Auszug aus ihrem Programm .
Alles in allem ein sehr gelungener Kabarettabend und ich bin mir sicher, viele Bremer würden wieder kommen.

Julie C. Heine

Fotos: hier klicken