Gitte Haenning & Band

›Meine Freunde, meine Helden, Ihre Gitte!‹

17. Februar 2018 – Kulturetage

Gitte Haenning präsentierte in Ihrem Konzertabend eindrucksvoll eine Vielzahl ihrer Lieblingslieder.

Welch eine wunderbare und vielseitige Stimme, welch ein beeindruckendes und enormes Repertoire! In ihrem neuen Programm überrascht Gitte Haenning  mit heiterem Swing, galantem Jazz, bewegendem Soul und einem immer groovigem Sound. Sie führte ihr Publikum kraftvoll durch ein temperamentvolles musikalisches Leben, ihre großartige Band garantiert die perfekte Begleitung für diese  beschwingte Reise. Egal ob ironisch, stark oder melancholisch, es ist immer ›the real thing‹. Gitte Haenning, zeitlos sind ihre Songs sind.

Besetzung :
Gitte Haenning vocals
Sebastian Weiß Piano
Benedikt Reidenbach Gitarre
Thomas Alkier Schlagzeug
Björn Werra / Oliver Potratz Bass

FOTOS

 

 

 

Peter Maffay MTV-unplugged in Bremen

Bremen, 15.02.2018

Peter Maffay bringt mit Johannes Oerding und Jennifer Weist.
Der Abend beginnt als Comic-Film. „Anschnallen, Leute. Die nächste Stadt wartet“, sagt Peter Maffay zu seinen Bandkollegen.

Großer Beifall brandet auf als Maffay  dann leibhaftig die Showbühne betritt.

„Bring mich nach Haus“ ist die rockige Auftaktnummer.

Dynamisch geht es weiter:  „Gelobtes Land“  und einem Dresscode, der dem in  Leder-Kledage  gewandeten PM entspricht.

 „Der Mensch auf den du wartest“  das erste Stück mit  Gast-Beistand: Jennifer Weist.

 

Auf unseren Plätzen ist der Sound  noch schlecht, nicht die Klasse, die man von PM gewohnt ist

Als Johannes Oerding die Bühne betritt, der Maffay bei dieser Tournee  begleitet, setzt es Applaus. Nach der gemeinsam bestrittenen  Nummer „So schön“ ist eine Betriebstemperatur erreicht  die  in den vorderen Reihen angenehm ist.
Was Maffay „alte Schinken“ nennt gibt es erwartungsgemäß auch.  „So bist du“  und „Du“  werden veredelt durch Kabinettstückchen des großartigen Gitarristen Carl Carlton.

Ein Höhepunkt ist der Auftritt Ilse DeLange, die den Song „Calm After The Storm“, niederländischer Beitrag zum ESC des Jahres 2014, hinreißend interpretiert . Weniger Eindruck hinterlässt  Tony Carey der bei einigen Unplugged-Gigs mit von jener Partie ist. Zum  Finale versammeln sich alle Mitwirkenden nochmals auf der Bühne, bevor mit „Freiheit, die ich meine“ der Zugaben-Reigen beginnt. Ein hübscher Abend für Nostalgiker.

GS

 

Zu den Fotos

Adams Appeln

von Anders Thomas Jensen,  Niederdeutsch von Arne Christophersen
Niederdeutsche Erstaufführung

Der Dorfpfarrer Johann, der mit bedingungsloser Güte und Zuversicht versucht Straftäter zu resozialisieren, bekommt ein neues Schäfchen. Neben dem Sexualstraftäter Gunnar und dem afrikanischen Tankstellenräuber Khalid soll sich nun der aggressive Neonazi Adam bei ihm einnisten. Für Johann kein Problem, denn laut ihm gibt es keine schlechten Menschen auf dieser Welt! Man solle sich auf das Positive konzentrieren, dann führen alle Wege zu Gott! Und auch Adam soll sich, wie jeder andere, ein Ziel setzen! Als dieser sehr sarkastisch vorgibt, dass es sein Ziel ist, einen Apfelkuchen zu backen, nimmt Johann ihn beim Wort und beauftragt ihn damit, den Apfelbaum bis zur Ernte zu pflegen. Während dieser jedoch von Krähen eingenommen und von Würmern befallen wird, sieht sich Adam stets mehr herausgefordert Johanns unendlichen Optimismus zu brechen und stößt dabei sowohl auf Schicksalsschläge aus Johanns  Vergangenheit, als auch auf das Buch Hiob. Stolz konfrontiert er Johann mit seiner Überzeugung, dass nicht der Teufel ihn prüfe, sondern dass Gott ihn hasse und bestrafe. Doch als er schließlich sein Ziel erreicht und den letzten positiven Gedanken Johanns ausgelöscht hat, geschehen die wahrhaftigen Wunder …

Die berührende und zugleich urkomische Geschichte des Dorfpfarrers, der stets an das Gute glaubt, zeigt, wie wichtig Lebensmut und Zuversicht auch in ernsthaften Lebenssituationen sind.
Regie der niederdeutschen Erstaufführung führt Hanna Müller, die mit ‚Adams Appeln‘ ihr Debüt am Oldenburgischen Staatstheater gibt

Eine Fabel voller absurder Überraschungen, realistisch und märchenhaft, heiter und düster zugleich. Ein bizarrer  Glaubenskrieg: mit Verve, Witz und naturgewaltiger Vehemenz, mit Menschen die keinen Scherz kennen - und gerade deshalb  komisch sind.
„Adams Appeln“ ist gewagt gegen den Strich gebürstet, makaber bis an die Schmerzgrenze, komisch und zugleich von großer Intelligenz und unerwarteter Warmherzigkeit

Besetzung
Regie: Hanna Müller
Ausstattung: Gesine Lenz
Musik / Sounddesign: Carl-John Hoffmann
Licht: Arne Waldl
Dramaturgie: Sarit Streicher
Adam: Thorge Cramer
Johann: Jakob Dalin
Gunnar: Mario Forkel
Khalid: Jacques Zamblé
Sarah: Nadine Woinke
Paul: Dieterfritz Arning
Kolberg: Herwig Dust
Christoffer: Leonard Eisenberg / Raphael Matz
Holger: Klaus Pflug
Thies: Holger Schulz
Tanja: Vanessa Hase
Cord: Jan-Christoph Eiting
Arne, Jan: Nicolas Thomsen

 

 

Helmut Lotti "Comback Tour 2017"

 Helmut Lotti wieder da
Helmut Lotti  suchte den Kontakt zu seinen Fans, von Anfang an. Beim finalen Refrain des Beatles-Monuments Hey Jude wanderte er minutenlang durch die Reihen und animierte seine Zuhörer zu einem stattlichen Chorgesang. Die Chemie zwischen dem charmantem Sänger und seinem Publikum.
Stehenden Ovationen wärend des Konzert auch zum Schluss, als der Star schon von der Bühne war
Den Besuchern wird die Zeit dabei nicht lang.
Die großartige Stimmung im Musical Theater und eine nur schwer zu überbietende Dichte legendärer Meilensteine der populären Musikgeschichte, die von Lottis langjährigem Begleiter, dem Golden Symphonic Orchestra, mitreissend arrangiert auf die Bühne gebracht wurden.
 
Klassiker wie "You'll Never Walk Alone" und "Put A Little Love In Your Heart". Songs von Leonard Cohen,  Simon & Garfunkel. Zu dem  "My Boy" von Elvis Presley erzählt Lotti die  Geschichte, wie er als Neunjähriger den zweiten Platz einer TV-Talentshow belegte und seinen ersten Plattenvertrag bekam.

 Als das hebräische Volkslied "Havah Nagilah" erklingt, springt der Saal auf und wippt in den Sitzreihen im Takt. "Lass uns glücklich sein", lautet die Übersetzung. Das ist das erklärte Ziel. Und es wurde an diesem Abend für die meisten erreicht.
Helmut Lott: wirkte modern, jung  lässig, dazu der Glanz und die Klasse der guten, alten Entertainer  Zeit.
Eine sehr unterhaltsame  Show. Ein perfektes Programm und Helmut Lotti in Topform, dazu ein exzellentes Orchester. So geht Entertainment. So geht ein Comeback.

 

 

Ballettpremiere in Oldenburg

"Drei Generationen"

 Antoine Jully ist  Chefchoreograph am Oldenburgischen Staatstheater und  jetzt auch Ballettdirektor.
"Drei Generationen" ist das Theman an diesem Abend. Zu sehen gibt es vier Stücke, drei  sind Uraufführung.
Zwei  Stücke des Abends hat er auch selbst choreographiert.


"From The lighthouse": Floriado Komino, Gianluca Sermattei, Timothée Cuny
Den Anfang hatte Jully  dem Tänzer Lester René Gonzáles Alvarez  überlassen:Das Ensemble setzte sich mit dem Thema "Angst" auseinander, das Bühnenbild bestand nur aus einem dicken, diagonal gespannten Tau. Sehenswert

"Is this it?": Eleonora Fabrizi, Timothée Cuny
Die beiden Choreographien von Antonine Jully  an diesem Abend – "Is this it?" und  "Harmonic Language" – tragen seine Handschrift: hochgradig anspruchsvoll und werden in  Perfektion von den inzwischen insgesamt 13 Tänzerinnen und Tänzern dargeboten.


"Tensile Involvement": Herick Moreira, Ensemble
Eine Rekonstruktion eines Stücks aus dem Jahr 1953 von Alwin Nikolais war das nächste Stück des Abends. In "Tensile Involvement" tanzt und verstrickt sich das Ensemble in elastischen Bändern die die ganze Bühne bespannen. Es  entstehen immer  neue Formen, bunt, verspielt und ein herrlicher Kontrast zu den anderen Choreographien.

"Harmonic Language": Gabrune Sablinskaite, Adi Hanan, Maelenn Le Dorze, Marié Shimada
Der Abend endet mit einer Choreographie zu Béla Bartóks Streichquartett Nummer 4. Keine leichte Kost –  dafür wirklich sehr schön anzusehen!

 

Die Zuschauern feiern im Saal  diesem grandios Abend. Jully ist längst angekommen in Oldenburg und hat hier sein begeistertes Publikum gefunden.

"Drei Generationen" gibt es im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters wieder am 18. und am 28. November zu sehen.

 

 

Staatstheater Oldenburg, Kleines Haus, 15.10.2017 Pre von:

…UN DENN DE HEVEN VULL VON GEIGEN

Delmenhorst oder Afrika, das ist kein Unterschied

Sie reisen um die Welt, kaufen Tablets, sind körperlich und geistig fit und haben auch noch eine gehörige Portion Lebenserfahrung im Gepäck. Menschen über 60 Jahren sind heutzutage alles andere als altmodisch und gebrechlich. Aber kann man auch im hohen Alter eine neue Liebe finden? Sechs Senioren, drei Männer und drei Frauen zwischen 60 und 80 Jahren, haben den Schritt gewagt: Sie begeben sich auf die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner – beim Speed Dating einer Kontaktbörse.

Sie hatten schon viele Begegnungen in ihrem Leben. Ob verwitwet, geschieden oder jahrelanger Single, jede und jeder bringt seine ganz eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte mit.

Wie mache ich einen guten ersten Eindruck? Bin ich vielleicht zu langweilig? Wie flirtet man eigentlich nochmal und wie geht es nach einem vielversprechenden Gespräch weiter? Vom Flirt-Coaching, kleinen Tanzeinlagen bis hin zum spannungsreichen Speed Dating hat diese Kontaktbörse alles zu bieten, was die Chance auf das passende Herzblatt größer macht. Doch findet hier jede und jeder genau das, was sie oder er sucht?

Der Autor und Regisseur Marc Becker, der bereits zum vierten Mal für das Niederdeutsche Schauspiel engagiert wurde, hat exklusiv für das Ensemble der August-Hinrichs-Bühne ein
amüsant-berührendes Stück über die Frühlingsgefühle im hohen Alter schreiben — welches unter seiner Regie auch im stürmischen Herbst kein Publikumsherz kalt lassen wird.
Und so stürmisch der Herbst die letzten Tage in Deutschland war, Bahnstrecken gesperrt und Bäume ausgewurzelt, so stürmisch war der Applaus des Publikums als der Vorhang fiel
Mit: Margrit Backhus, Leonie Grote, Marion Horst, Inge Misegardes-Kroll; Heinz-Dieter Grein, Jürgen Müller, Pascal Oetjegerdes, Gert Prahm

 

 

05.09.2017, Bremen, Musical Theater

„Cats“ mischt das Musical Theater Bremen auf: stehende Ovationen.

 „Cats“, nichts anderes als ein Haufen Katzen, die sich nacheinander vorstellen und um die Gunst ihres Sippenältesten erhalten
Ein fulminanter Abend

Die Jellicle Cats haben sich für ihren alljährlichen Ball auf einer Londoner Müllhalde versammelt. Was mal neu war, landet im Abfall, wird gnadenlos ausgemustert – ein Schicksal, das allen Dingen und Wesen droht
Keine Hierarchien gibt es hier, in einer Katzenwelt, in der zwischen den Ständen kaum Unterschiede herrschen. Hier hat der rockende David-Bowie-Verschnitt Rum Tum Tugger genauso seinen Platz wie der fette Kater Bustopher Jones, der sich durch die Pubs und Clubs Londons schnurrt und schnorrt.

 Der Abend rollt fulminant vor sich hin.Wie ein Wollknäuel, mit dem ein Kätzchen vor sich hin spielt. Zwischen Massenchoreographien legt beispielsweise das Duo Mungojerrie und Rumpelteazer ein vergnügliches Pas de Deux hin.

Jede Katze hat was anderes drauf, dass sich variété-artig alles Mögliche vermischt: Modern Dance, klassisches Ballett, Rock’n’Roll,  Jazz und  Achtziger Jahr Pop. Wenn am Ende die gealterte Diva Grizabella ihre Stimme für „Memory“ nochmal hochjagt und der alte Deuteronomy sie für die Wiedergeburt bestimmt, wurde die Vergänglichkeit besiegt. Standing Ovations zuletzt  - kein Wunder angesichts bei grandios singenden Katzen.