26. Internationales Filmfest Oldenburg11. bis 15.09

Jan-Ole Gerster eröffnet zum zweiten Mal das Internationale Filmfest Oldenburg: Corinna Harfouch spielt »Lara«

2012 war Jan-Ole Gersters Debüt »Oh Boy« der Eröffnungsfilm des Internationalen Filmfests Oldenburg und begeisterte auf ganzer Linie Jury, Kritiker und Publikum. Gersters zweiter Film »Lara« wird im September das diesjährige Filmfest einläuten.

Sieben Jahre ist es her, dass der atmosphärische, schwarz-weiß gedrehte Indie-Film »Oh Boy« beim Internationalen Filmfest in der Huntestadt für Begeisterung sorgte. Die Oldenburger Lorbeeren für Jan-Ole Gersters Debütfilm: der German Independence Award Bester Deutscher Film, der German Independence Award Publikumspreis und der Seymour Cassel Award für Hauptdarsteller Tom Schilling, der nun auch in Gersters neuem Film »Lara« die männliche Hauptrolle besetzt.

Von Oldenburg aus traten Gerster und Schilling 2012 einen internationalen Siegeszug an – ersterer für Drehbuch und Regie, letzerer als bester Schauspieler. Es folgten der Deutsche Filmpreis (sechs Lolas) und der Europäische Filmpreis (Bester Nachwuchsfilm).
Grundlage seines zweiten Films ist das Drehbuch des Slowenen Blaž Kutin. Verblüffend sind die Parallelen zwischen »Lara« und »Oh Boy«: Zuschauende folgen jeweils für einen Tag einer Person in Berlin. Deren subjektive Ängste und Zweifel bilden jeweils das Zentrum in beiden Filmen.

Während in »Oh Boy« die Zukunftsängste den gescheiterten Jurastudenten Niko umtreiben, der sich im Gestrüpp der Möglichkeiten verliert, ist in »Lara« die Auseinandersetzung einer Mutter mit ihrer Vergangenheit und der Verbindung zu ihrem Sohn das leitende Motiv. Lara Jenkin ist mit einer Leere in ihrem Leben konfrontiert, die auch an ihrem Geburtstag nicht aussetzen will. Nicht einmal ihr Sohn Victor scheint sich zu melden.
Lara, selbst einst eine ambitionierte Klavierschülerin, hatte alle Kraft in die musikalische Entwicklung ihres Sohnes investiert, der an ihrem Ehrentag ein großes Konzert spielen wird. Allerdings ohne seine Mutter eingeladen zu haben.

Bei Lesen des Drehbuches hatte Gerster unmittelbar Corinna Harfouch als Besetzung für die Rolle der Lara im Sinn. Die Theater- und Filmschauspielerin hat u. a. durch Produktionen wie »Der große Bagarozy« (1999, Bernd Eichinger), »Vera Brühne« (2001, Harm Bohm), »Der Untergang« (2004, Oliver Hirschbiegel) und »Was bleibt« (2012, Hans-Christian Schmid) bleibenden Eindruck hinterlassen.
Produziert wurde der Film von Marcos Kantis für Schiwago Film, in Ko-Produktion mit Studiocanal Film. Den Weltvertrieb hat Beta Cinema übernommen. Der offizielle Kinostart von »Lara« ist der 7. November 2019.

Am Mittwoch, den 11. September, eröffnet »Lara« ab 19.00 Uhr das 26. Internationale Filmfest Oldenburg mit einer feierlichen Galapremiere in Anwesenheit von Regie, Darstellern, Produktion und weiteren Gästen zum Film.

Karten für die Eröffnungsgala in der Kongresshalle gibt es ab dem 23. August auf unserer Homepage unter http://www.filmfest-oldenburg.de/service/tickets/ und bei Käthe Kaffee, Kaiserstraße 28, ab dem 2. September.

Für alle weiteren Events beginnt der Kartenvorverkauf ebenfalls ab dem 2. September online, bei der offiziellen VVK-Stelle Käthe Kaffe sowie an allen ADticket-VVK-Stellen.
In der Festivalwoche, ab dem 9. September, zieht der VVK in die Redaktionsräume des Cha-peau Magazins, Herbartgang 19, um.

Dauerkarten und Tickets für die JVA-Vorstellungen sind in diesem Jahr ausschließlich bei Käthe Kaffe, bzw. später in den Redaktionsräumen des Chapeau Magazins erhältlich.

 

 

Vom 11. bis zum 15. September haben alle Hobbyfotografen die Möglichkeit, Filmstars auf dem roten Teppich abzulichten – die besten Schüsse werden prämiert und ausgestellt.


Oldenburg verwandelt sich vom 11. bis zum 15. September wieder zum Pilgerort für zahlreiche Schauspieler und Filmemacher, die gemeinsam das unabhängige Kino zelebrieren. Hobbyfotografen aus Oldenburg und Umgebung werden dieses Jahr erneut dazu aufgerufen, sich unter die offiziellen Pressevertreter zu mischen und den Glamour des Festivals einzufangen.

Jeder Teilnehmer erhält eine Akkreditierung, die zur Teilnahme an den Red Carpet Events des Filmfests berechtigt. Dafür ist eine vorherige Anmeldung bis zum 5. September per Mail an fotowettbewerb@filmfest-oldenburg.de Voraussetzung.

Zusätzlich zu der Akkreditierung erhalten Teilnehmer für jedes abgelichtete Event Freikarten für Vorstellungen des Filmfests. Die besten Bilder werden am Ende des Filmfests auf NWZ Online erscheinen und in Unterstützung mit Flyerheaven im Rahmen einer Ausstellung präsentiert. Zu der Vernissage werden die Teilnehmer sowie Vertreter der Presse geladen.

Prämiert werden die drei gelungensten „Red-Carpet“-Bilder, die von den drei Galas und der Enthüllung des Sterns auf dem „OLB Walk of Fame“ geschossen wurden. Auf die Gewinner warten zudem attraktive Preise. Der Jackpot beinhaltet auch in diesem Jahr wieder Fotokurse und Zubehör rund um die Themen Kameratechnik und Fotografie. 

Die Abgabe der Fotos findet in digitaler Form bis spätestens Sonntag, den 29. September 2019, per Email an fotowettbewerb@filmfest-oldenburg.de statt. Die eingereichten Fotos müssen eine Mindestauflösung von 3.000 x 4.000 Pixel haben. Eine Nachbearbeitung der Bilder ist erlaubt, Montagen können jedoch nicht berücksichtigt werden.

Die Teilnahmebedingungen und weitere Informationen finden Sie unter https://www.filmfest-oldenburg.de/de/festival/fotowettbewerb/.

 

 

Das Internationale Filmfest Oldenburg ehrt Burkhard Driest mit einem Tribute

Das Filmfest Oldenburg ehrt Burkhard Driest als Autor, Filmemacher und Schauspieler und freut sich auf einen Ausnahmekünstler, dessen Gesamtwerk aus filmreifen Wendungen besteht

Burkhard Driest ist Lebenskünstler: »Man könnte einerseits das Recht studieren und die Gesetze lernen und zugleich nachts in einem Doppelleben die andere Seite kennenlernen. Man müsste sich nicht beschränken auf das Dasein eines trockenen Rechtsgelehrten.« Im Mai 1965 hatte er im Alter von 26 Jahren eine Sparkasse bei Hannover bewaffnet überfallen – drei Wochen vor seinem mündlichen Staatsexamen.

Das Thema Gewalt begleitet den 1939 in Stettin geborenen Driest seit seiner Kindheit ebenso wie die künstlerische Auseinandersetzung hiermit. Nach der Scheidung der Eltern und im Konflikt mit den Institutionen bildeten Malerei, Jazz-Musik und Boxsport einen Ausgleich für den jungen Mann, der nach Schulwechseln und einem Aufenthalt in einer Jugenderziehungsanstalt dem Vater zuliebe Jura studierte. Im Gegenzug bekam er hierfür ein Atelier. Die politischen Studentenbewegungen der 60er-Jahre lockten Driest ein Semester später nach Berlin, wo sich sein Interesse an politischer und öffentlicher Performance ausprägte.

Die Verfilmung seines Romans »Die Verrohung des Franz Blum« (1974) durch Reinhard Hauff markierte den Beginn seiner Karriere als Autor und Darsteller. Driest verarbeitete eigene Erfahrungen seiner Zeit im Zuchthaus, lieferte das Drehbuch und spielte neben Jürgen Prochnow eine Hauptrolle. Es folgten weitere Romane, Drehbücher und auch Theaterarbeiten unter anderem bei Zadek, wo er den Kowalski in »Endstation Sehnsucht« spielte. Den roten Faden in den Werken, Drehbüchern, Fernseh- und Kinofilmen Driests bildet das Leben im Konflikt mit der Norm und dem Gesetz – oft-mals bestehen Bezüge zu seiner eigenen Biografie.

Er arbeitete mit Regisseuren wie Werner Herzog (»Stroszek«) und Sam Peckinpah (»Cross of Iron«). Mit Reinhard Hauff verbinden ihn vier Projekte, in denen Driest als Autor und Darsteller beteiligt war. Ende der 70er-Jahre lebte Driest in den USA und arbeitete mit dem Autor Lukas Heller (»Wha-tever happened to Baby Jane«, »Flight of the Phoenix«) zusammen – unter anderem für Studios wie Paramount, Universal und 20th Century Fox. Ihr gemeinsam geschriebenes Projekt »Son of Hitler« (1979) wurde mit Bud Cort und Peter Cushing verfilmt.

Seinem Credo, mehr als eine Rolle zu leben, bleibt Driest stets treu: Schriftsteller, Film- und Bühnenschauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Maler. Von einem trockenen Rechtsgelehrten-Dasein kann jedenfalls keine Rede sein, wenn man von dem Mann spricht, der vor laufender Kamera niemand Geringerem als Romy Schneider den Kopf verdreht hat, oder der in einem Kostüm Belmondos aus »Ausser Atem« abgeführt wurde.

Legendär ist seine Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder an dessen letztem Film. Die Drehbuchfassungen, die Driest Fassbinder für »Querelle« anbot, hatte dieser abgelehnt. Während der Endfertigung des von Driest mitentwickelten und koproduzierten Films, in dem er auch neben Jeanne Moreau, Brad Davis und Franco Nero agierte, verstarb Fassbinder 1982 noch vor der Premiere beim Filmfest Venedig. 1984 folgte Driests Regiedebüt »Annas Mutter«, das auf dem realen Fall der Marianne Bachmeier basierte und in Deutschland größte Aufmerksamkeit erregte.

Der heute 80-jährige Buddhist ist weiterhin künstlerisch tätig, bringt in Öl das auf die Leinwand, was ihn bewegt und bewegte. Bezüge referieren auch in seinen Gemälden auf sein filmisches Schaffen, so etwa in den Zyklen »Romy« oder »Querelle«.

Burkhard Driest wird vom 11. bis zum 15. September in Oldenburg zu Gast sein. Im Rahmen des Tributes werden in Oldenburg »Die Verrohung des Franz Blum«, »Querelle« und »Annas Mutter« zu sehen sein.

 

 

Bella Thorne feiert Weltpremiere in Oldenburg / Zwei neue Awards für unabhängiges Kino / Premiere des Filmfest-Trailers


Schauspielerin, Model und Sängerin Bella Thorne wird  zur Weltpremiere ihres Films nach Oldenburg kommen. Zum Auftakt des 26. Internationalen Filmfests werden zwei neue Preise angekündigt, die Independent Produktionen fördern sollen.

Bella Thorne’s Weltpremiere
Mit sechs Jahren spielte Bella Thorne erstmals in einem Spielfilm mit. Heute hat die 21jährige US-Amerikanerin in zahlreichen Produktionen mitgewirkt, ist als Model und Sängerin bekannt und ein weltweites Social-Media-Phänomen. Mit der Weltpremiere ihres tabubrechenden Kurzfilms »Her & Him« wird sie Oldenburg einen Besuch abstatten.

Zwei neue Preise…
Wie in jedem Jahr wird der German Independence Award verliehen, der den besten Feature-Film (gestiftet durch den Hauptsponsor OLB) und den besten Short-Film auszeichnet sowie durch den Seymour Cassel Award die besten schauspielerischen Leitungen ehrt. Zur diesjährig Ausgabe des Filmfests werden zwei neue Preise für das junge Independent Kino verliehen.


…für Durchstarter
 „Auffällig bei den über tausend Einreichungen in diesem Jahr war die Anzahl wirklich hochwertiger und innovativer Erstlingswerke aus aller Welt“, so Torsten Neumann (Leiter).
Der Oldenburger Unternehmer Christian Heck segelt seit knapp zwei Jahren unter dem Segel seines norddeutschen Premium Gins Luv&Lee. „Gerade als ambitionierte, lokal arbeitende und international ausgezeichnete Marke passt Luv&Lee zum Filmfest. Als junges Unternehmen ist es mir eine Herzensangelegenheit, ebenso junge Filmemacher zu unterstützen“, so Heck. Der Preis für den besten Debütfilm ist mit 3.000,00 Euro dotiert, die Nominierungen erfolgen reihenübergreifend.


…für Wagemutige
 Gemeinsam mit der dem Filmfest nahestehenden Kultkneipe Marvins und der Berliner Firma „alias film und sprachtransfer“ wird der zweite neue Preis für Wagemut und Kühnheit verliehen: Der neu vergebene Audacity Award kürt innerhalb der Midnite Xpress-Reihe Filme, die Pionierarbeit leisten – indem sie herkömmliche Genres und Narrationsmuster bezwingen, vermengen und neu bespielen. Den Preisträgern sollen sich neue attraktive Türen öffnen, deshalb übernimmt „alias“ eine fremdsprachige Untertitelung des Films nach Wunsch.

Der Filmfest-Trailer erinnert an einen Gangsterklassiker
Der Filmfest-Trailer, mit dem das Festival eine Hommage an Jean-Pierre Melvilles Gangsterklassiker »Der Eiskalte Engel« (»Le Samourai«) umgesetzt hat, startet ab dem 15. August bundesweit in den deutschen Kinos – auf über hundert Leinwänden.
Wie in den vergangenen Jahren entstand der Trailer mit Unterstützung der Berliner Synchron, TrickWilk und Kinematograph 24/7. Als Associate Producer fungierte zudem der Oldenburger Amon Thein mit seiner Schwarzseher Filmproduktion.

Der Link zum Trailer: https://youtu.be/rMyiQSd518k


Erste Programmhighlights


CUCK, USA 2019, von Rob Lambert
In Lamberts Debütfilm wird die kollektive Wut der isolierten, entrechteten Einzelgänger, denen ein paranoides und zerrissenes Amerika der Trump Ära ihren Nährboden bereitet, durch den einfühlsamen Protagonisten Ronnie verkörpert (mit einer bemerkenswerten Leistung von Zachary Ray Sherman, der 20 Kilogramm für die Rolle eines frustrierten Arbeitslosen zunahm). In der Einöde von Van Nuys, unter dem Dach seiner besitzergreifenden Mutter (gespielt von der Oscar nominierte Sally Kirkland) lebend, sucht Ronnie einen Ausweg aus seiner anonymen Existenz – als rechtsextremer Blogger auf Youtube. Vom verlorenen Jungen zum einsamen Amokschützen – „Make America Great Again" könnte nicht schwärzer und nicht aktueller sein. INTERNATIONALE PREMIERE

Jesus shows you the way to the Highway, Estland/ Äthiopien 2019, von Miguel Llanso
Nach seinem gefeierten Debüt »Crumbs« (2015) legt Miguel Llanso erneut einen surrealer Mindfuck-Thriller vor, der von der Kritik als »Matrix on Acid« beschrieben wurde. Die Handlung: Die CIA-Ermittler Palmer und Gagano (mit Masken von Robert Redford und Richard Pryor getarnt) sind mit der Aufgabe betraut, einen gefährlichen Computervirus namens „Sowjetunion“ zu zerstören. Mittels Virtual Reality gelangen sie in das System – doch die Mission stellt sich als eine Falle heraus: Der Virus ist wesentlich komplexer als zuvor erwartet und steht in direkter Verbindung zu dunkelsten Sphäre der Macht. Ein verrückter, unerschrockener Cocktail aus B-Movie und surrealem Kino, ein ultimatives Vergnügen für Genießer des Absurden, das unerschrocken tradierten Genrekonventionen trotz und seinem Macher Kultstatus verleiht. DEUTSCHLANDPREMIERE

Mothers‘ Instinct, Belgien 2018, von Oliver Masset-Depasse
Der Psychothriller ist eine Adaption des Romans »Derrière la haine« (Behind the Hatred) der belgischen Bestsellerautorin Barbara Abel. Alice und Céline leben in den 60er Jahren in einer heilen bürgerlichen Welt: Sie sind Nachbarn, beste Freundinnen und Mütter. Das ändert sich, als Celines Sohn Maxime aus dem Fenster seines Kinderzimmers stürzt und stirbt. Obwohl Alice, die das Geschehen beobachtete, Maxime nicht retten konnte, bringt diese Tragödie die Nachbarschaftsidylle komplett aus der Balance. Misstrauen und Neid bestimmen Celines Denken und blind vor Schmerz ist ihr Alices Sohn Theo von nun an ein Dorn im Auge. Wie einen guten Hitchcock Thriller entfaltet Olivier Masset-Depasse seine elegante, toxische Story. Inzwischen hat sich Hollywood die Remake-Rechte gesichert, indem sich niemand Geringeres als Jessica Chastain und Anne Hathaway dieses teuflische Duell zweier Freundinnen erneut liefern werden. DEUTSCHLANDPREMIERE

Magnetick Pathways, Portugal 2019, von Edgar Pêra
Edgar Pera ist der unbekannte Meister des portugiesischen Kinos. Mit »Magnetick Pathways« gelingt ihm ein großer Wurf des psychedelischen Kinos, in dem er den wunderbaren französischen Charakterdarsteller Dominique Pinon auf eine 24-stündige Reise durch eine entmenschlichte, autoritäre Welt schickt. Seine 21-jährige Tochter heiratet einen aalglatten, machthungrigen älteren Mann und nur er scheint hinter der sorglosen Jubelfassade das Unglück seiner Tochter vorherzusehen. Eine Tour de Force für Pinon und eine Inszenierung, die zwischen Avantgarde und großem Drama in atemberaubenden Bildkompositionen überwältigt. DEUTSCHLANDPREMIERE

MOOP,  USA 2019, von Arin Crumley
Die surreale, bewusstseinserweiternde Kulisse eines einwöchigen Kunstfestivals in der Wüste liefert den Background für Arin Crumleys zweiten Spielfilm. »MOOP« (Abkürzung für „Matters out of Place“) ist eine Explosion von Bildern und Ideen in einer atemberaubenden Wüstenlandschaft. Der Film vereint dokumentarisches mit Erzählung, das Authentische mit dem Absurden und kreiert ein einmaliges Erlebnis, das Fragen aufwirft: Was ist Liebe? Was ist real? Und wo zur Hölle ist das Dixiklo? Crumley hat 10 Jahre an diesem Film gearbeitet, mit dem er seine Zuschauer jetzt so authentisch wie noch nie zuvor in die Magie des „Burning Man“ Festivals eintauchen lässt. WELTPREMIERE                     

Flucht durchs Höllental, Deutschland 2019, von Marcus O. Rosenmüller
Ein deutscher Abenteuerfilm, ein Bergdrama, ein atemloser Thriller. Hans Sigl spielt den Anwalt Berg, der unversehens in eine Geschichte rutscht, die Beruf und Privatleben gefährlich ineinander verquickt. Seine Tochter wird entführt, ein Klient taucht unter und ein geplantes Wochenende in den Bergen mit dem vernachlässigten Kind wird zu einer Verfolgungsjagd ins Höllental, bei der bald nicht mehr klar ist, wer auf der richtigen und wer auf der falschen Seite steht. Mit Marleen Lohse und Christian Redl bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt, kann Hans Sigl zeigen, dass er sich auch meilenweit von der heilen Welt seiner Paraderolle des Bergdoktors prächtig präsentieren kann. VORPREMIERE

Wir wären andere Menschen, Deutschland 2019, von Jan Bonny
Mit »Wintermärchen« hat Jan Bonny im vergangenen Jahr bewiesen, dass er einer der spannendsten deutschen Filmemacher ist. Sein Blick auf den Rand der Gesellschaft und seine innerlich zerrissenen Figuren machen Bonnys Kino ebenso unbequem wie faszinierend. Mit »Wir wären andere Menschen« erzählt er die Geschichte von Rupert Seidlein, der als 15-Jähriger mit ansehen musste, wie seine Eltern und sein bester Freund von zwei Polizisten erschossen wurden. Die Beamten erhielten einen Freispruch. 30 Jahre später kehrt er mit seiner Frau in seinen Heimatort zurück. Die Grenzen zwischen Erlösung, Versöhnung und der unstillbaren Sehnsucht nach Rache geraten ins Wanken. VORPREMIERE

In full Bloom, USA 2019, von Adam Villasenor & Reza Ghassemi
Die Schauspieler Tyler Wood und Yusuke Ogasawara spielen in »In Full Bloom« zwei Männer in der politisch angespannten Nachkriegszeit auf einer Reise zu sich selbst. Wood charakterisiert Clint Sullivan, einen heruntergekommenen Boxer aus den USA, der in einem fragwürdigen Kampf gegen den japanischen Boxchampion (Ogasawara) antreten soll. Der Zuschauer folgt den beiden Männern auf ihrem eigenen, innerlichen Kampf: physisch, mental, emotional und spirituell. WELTPREMIERE

Cat Sticks, USA 2019, von Ronny Sen
In »Cat Sticks« verarbeitet Ronny Sen ein Thema, das während seines Aufwachsens in Kalkutta allgegenwärtig war: Er verlor Freunde und Bekannte an die süchtig machende Droge Brown Sugar. Die Schauspieler Tanmay Dhanania, Sumeet Thakur, Joyraj Bhattacharya verkörpern eine Gruppe von Drogenabhängigen, die in einer regnerischen Nacht in Kalkutta auf der Suche nach dem permanenten Rausch sind. »Cat Sticks« feierte seine Premiere im Januar 2019 auf dem Slamdance Film Festival. EUROPAPREMIERE


Tito, Kanada 2019, von Grace Glowicki
Die beim Sundance Festival mit einem Jurypreis ausgezeichnete kanadische Darstellerin Grace Glawocki spielt in ihrem Regiedebüt »Tito« einen jungen, verängstigten Mann, dessen Angstvisionen ihm ein normales Leben komplett verbauen. Wie einst Catherine Deneuve in Polanskis »Ekel« kann Tito nicht aus seiner selbst erbauten Falle ausbrechen, er ist wie gelähmt vor Angst, sobald er sich aus seinen vier Wänden herausbegibt. Als Titos Nachbar wie ein unerwünschter Eindringling in sein Leben tritt, kommt so etwas wie Hoffnung auf normale soziale Beziehungen auf. Aber der Weg zurück ins Leben ist steinig. Glawocki erzählt mit viel Rafinesse eine Geschichte um sexuelle Gewalt und Traumata und die Entscheidung, ihre Hauptfigur zu einem Mann zu machen, erweist sich als ebenso kühner wie kluger Schachzug. INTERNATIONALE PREMIERE