25. Internationales Filmfest Oldenburg

12. bis 16. September 2018

Filmfest Oldenburg, Konzerte und Veranstaltungen in Oldenburg mit MiO und miofoto

Das Internationale Filmfest Oldenburg feiert sein 25. Jubiläum. Die neue Festival Artwork und weitere Programmhighlights stechen dabei hervor.   

Abschlussfilm und weitere Programmhighlights

Auch in diesem Jahr freut sich Oldenburg wieder auf zahlreiche Premieren, internationale Gäste, anregende Filmgespräche und auf unvergessliche Momente. Das komplette Programm steht fest, aus dem einige Highlights vorgestellt werden: Filmfest Gala
15. September 2018, 21.00 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater

King of Beasts, USA 2018, von Tomer Almagor und Nadav Harel
Tomer Almogar und Nadav Harel präsentieren die Weltpremiere ihres Films im Rahmen der feierlichen Festival Gala. Sie begleiten den Großwildjäger Aaron mit einer Gruppe Jäger nach Tansania auf die Jagd. Mit noch nie zuvor ermöglichten Einblicken in dieses weltweit geächtete Phänomen der Trophäenjäger ist ein Film entstanden, der in Erzählform und visueller Energie intensiver als jeder Spielfilm erscheint. Ein Portrait eines durch und durch neokolonialistischen Unternehmens. Am Ende werden wir herausfinden, wer der »King of Beasts« ist.
WELTPREMIERE

Closing Night Gala
16. September 2018, 19.00 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater

Frühes Versprechen, FR 2017, von Eric Babier
»Frühes Versprechen« entfaltet das Leben des französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary. Von seiner Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Erlebnissen als Pilot in Afrika während des Zweiten Weltkriegs, Romain Gary lebte ein außergewöhnliches Leben. Die unerschütterliche Liebe seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter Nina (Charlotte Gainsbourg) lässt ihn zu einem der größten Romanciers des zwanzigsten Jahrhunderts werden, zu dem Mann der als einziger zweimal den französischen Literaturpreis Prix Goncourt erhält. Der Film wird in Deutschland von Camino Films im Herbst in die Kinos gebracht.
DEUTSCHLANDPREMIERE

WEITERE PROGRAMMHIGHLIGHTS
Is that You?, CUB/UK 2018, von Rudy Riverón Sánchez
Sie lebt auf dem Land und erledigt für ihren herrschsüchtigen Vater Eduardo die tägliche Hausarbeit. Ihre Mutter wird in dem abgeschiedenen Heim in Ketten gehalten – die Strafe, die auf Ungehorsam steht. Ein kubanischer Film, der Jahrzehnte der Unterdrückung eines Landes in einem Familiendrama mit Anleihen im Horrorgenre verpackt.
WELTPREMIERE

We, NED 2018, von René Eller
»Stand by Me« in der holländisch-belgischen Provinz. Acht Teenager verbringen einen verhängnisvollen Sommer, an dessen Ende nichts mehr ist, wie es war. Basierend auf Elvis Peeters Bestseller »Wij« entwirft der Film das schrecklich schöne Portrait einer Jugend, der nichts mehr heilig ist.
INTERNATIONALE PREMIERE (deutscher Verleih: Meteor Film)

Love Express, POL/EST 2018, von Kuba Mikurda
Auf charmante Weise macht sich Kuba Mikurda auf die Spuren von Walerian Borowczyk, einem Regisseur, der in den frühen 70er Jahren als genialer Filmemacher gefeiert wurde. Wie die Industrie sein Talent verschleuderte und was er für einige der größten Filmemacher unserer Tage hinterlassen hat, erzählt diese durch und durch faszinierende filmische Spurensuche.
INTERNATIONALE PREMIERE

Sorry Angel, FR 2018, von Christophe Honoré
Eine erste und eine letzte Liebe. Ein Start fürs Leben und ein Ende. Eine Liebesgeschichte zwischen einem jungen Optimisten und abgestumpften, resignierten Mann, wird zu einem unvergesslichen Drama über die Liebe im Augenblick.
DEUTSCHLANDPREMIERE (deutscher Verleih: Salzgeber)

All These Small Moments, USA 2018, von Melissa Miller Costanzo
Ein Coming-of-Age Film der bei seiner Premiere beim Tribeca Festival der Erstlingsregisseurin Melissa Miller Constanzo viel Beifall einbrachte und Molly Ringwald eine faszinierende Rolle als Mutter bietet. Ein perfekter Rollenwechsel für die Ikone der Genres in den 80er Jahren.
INTERNATIONALE PREMIERE

Die Poesie der Liebe, FR 2017, von Nicolas Bedos
Kino kann die Linearität der Zeit auflösen. Nicolas Bedos beweist das in dieser herrlichen Liebeskomödie um ein Ehepaar und die große Liebe. Am Beginn steht der Tod, die Zeit läuft mal rückwärts, mal vorwärts mal bleibt sie stehen. Nur die Liebe ist unsterblich.
DEUTSCHLANDPREMIERE (deutscher Verleih: Temperclay Films)

The Return, Mazedonien 2017, von Kastriot Abdylij
Der Albaner Iliri reist illegal nach Frankreich ein, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Als er wenig später mit seiner französischen Verlobten in seine Heimat zurückkehrt, muss er sich den Konflikten seiner Familie stellen. Begleitet wird diese Weltpremiere von einer Präsentation der Macedonian Film Agency als Koproduktionspartner für internationale Projekte im Rahmen des Matchbox Coproduction Meetings beim Festival.
WELTPREMIERE

Blue My Mind, SUI 2017, von Lisa Brühlmann
Sie tut alles um beliebt zu sein. Doch in dem Moment, in dem der Gruppenzwang beginnt ihre Identität zu beeinflussen, geschieht etwas Verstörendes. Ihre Zehen wachsen zusammen und sie hat Heißhunger auf Fisch, lebendigen Fisch. (deutscher Verleih: Meteor Film)


Das vollständige Programm, der Spielplan sowie Bildmaterial werden heute unter www.filmfest-oldenburg.de veröffentlicht.
Der offizielle Vorverkaufsstart an der offiziellen VVK-Stelle in der bau_werk Halle am Pferdemarkt (Pferdemarkt 8a) sowie an allen ADticket-VVK-Stellen beginnt am 03.September. Dauerkarten und Tickets für die JVA-Vorstellungen sind in diesem Jahr in der bau_werk Halle am Pferdemarkt erhältlich.

Einladung zur OLB-Preview

Die Trailer-Show in der Oldenburgischen Landesbank gewährt Einblicke in das Festivalprogramm Im Rahmen des Filmfest-Empfangs der Oldenburgische Landesbank AG (OLB) möchten wir Sie herzlich dazu einladen, gemeinsam die mit Spannung erwarteten ersten Trailer des diesjährigen Festival-Programms zu sehen. In einer Talkrunde werden darüberhinaus Festivalleiter Torsten Neumann und Karin Katerbau (Mitglied des OLB-Vorstands und Vorstandsvorsitzende der OLB-Stiftung) über Specials, Filme, Hintergründe und das 25. Jubiläum informieren. Die OLB-Preview findet statt am:

Montag, den 3. September 2018, ab 18.00 Uhr
in der Oldenburgische Landesbank
Gottorpstraße 23-27 
26122 Oldenburg

Die Veranstaltung ist für 200 Gäste geöffnet - hier gilt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. 

Der Eintritt ist frei.

Bei der anschließenden Trailer-Show können Sie sich dann selbst ein Bild vom Filmprogramm des 25. Filmfest Oldenburg machen. Nach der OLB-Preview gibt es die Gelegenheit, sich bei Drinks und Snacks über das Programm und die vorgestellten Filme auszutauschen. Zudem wird es auch in diesem Jahr eine Kartenverlosung unter allen Gästen der Preview für die begehrtesten Veranstaltungen geben.

 

 

Das 25. Internationale Filmfest Oldenburg ehrt den Oscargewinner Keith Carradine mit einem Tribute

Mit Keith Carradine hat das Internationale Filmfest Oldenburg einen der großen Charakterdarsteller Hollywoods zu Gast, der seit den frühen 70ern in Kino- und zuletzt auch TV-Rollen fasziniert. Seine Karriere ist beeindruckend, die Liste der Filme, die er mit seiner Präsenz unvergesslich gemacht hat, lang.  Hauptrollen in Filmen wie Ridley Scotts »Die Duellisten«, Alan Rudolphs »Willkommen in LA« und Louis Malles »Pretty Baby« absolvierte er, bevor er überhaupt 30 Jahre alt war.

Carradine hat Bühnenblut in seinen Adern, seine Familie ist »Hollywood Royalty«. Sein Vater war John Carradine, einer von John Fords Lieblingsdarstellern. Sein Halbbruder David wurde als Caine in der Fernsehserie »Kung Fu« weltberühmt und seine älteste Tochter Martha Plimpton ist eine bekannte und vollendete Darstellerin.

Neben seinen Arbeiten für Alan Rudolph in den 80ern spielte er in Walter Hills »Long Riders« und »Die letzten Amerikaner«, Samuel Fullers »Straße ohne Wiederkehr« und Simon Callows »Die Ballade vom traurigen Café«. Im Fernsehen spielte er Rollen in einigen der besten Serien jüngerer Zeit, darunter in »Dexter« als Special Agent Frank Lundy, als Lou Solverson in »Fargo« und den Präsidenten der USA in »Madam Secretary«.

In jeder dieser Rollen lieferte Keith Carradine großartige Performances ab. Er bleibt seinem Anspruch treu, ein Darsteller zu sein. In einem Interview mit der New York Times sagte er 1977: »Die Leute denken, dass ich wirklich ein Schuft bin« und spielte damit augenzwinkernd auf die Schwierigkeit an, seine Rollen von dem Menschen Carradine zu trennen. Ein größeres Kompliment kann man einem Darsteller nicht machen.

Und so ist es eine fast normale Ironie Hollywoods, dass er, obwohl es einen Academy Award sein Eigen nennen darf, für seine eindringliche, subtile Leinwandpräsenz als Schauspieler noch nicht geehrt wurde. Den Oscar gewann er für den besten Song, sein »I’m Easy« aus Altmans »Nashville«, mit dem er seine eigene Rolle des Tom Frank noch ein Stück intensiver gemacht hat.

Keith Carradine wird vom 12. bis zum 16. September in Oldenburg zu Gast sein. Zu der Europapremiere von »Ray Meets Helen«, seiner insgesamt sechsten Zusammenarbeit mit Alan Rudolph, gesellen sich drei seiner Klassiker, die er hier dem Publikum vorstellen wird. Neben Robert Altmans »Nashville« werden Ridley Scotts meisterhaftes Regiedebüt »Die Duellisten« sowie »Trouble In Mind« von Alan Rudolph zu sehen sein.

 

 

»UNFORGIVEN« von Sarik Andreasyaneröffnet das 25. Internationale Filmfest Oldenburg

Mit der Europapremiere der russischen Produktion »UNFORGIVEN« wird erstmal in der nunmehr 25-jährigen Geschichte kein deutscher Film das Festival eröffnen. Ein Stück jüngerer deutscher Geschichte bildet den Hintergrund des Films.

Russlands Regiestar Sarik Andreasyan erzählt die zutiefst traumatische, wahre Geschichte des Osseten Vitaliy Kaloev, der bei der Flugzeugkatastrophe von Überlingen seine komplette Familie verliert. Der Schmerz darüber und die Ohnmacht angesichts der Abwesenheit von Empathie und Reue der Verantwortlichen führt in eine zweite, menschliche Katastrophe. Nachdem Andreasyan mit »Guardians« Russlands Antwort auf die Marvel Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht hat, zeigt er sich in »Unforgiven« als Virtuose des Schauspielerkinos ohne Scheu vor überlebensgroßen Emotionen.

Historische Fakten stehen im Mittelpunkt des Films, der eine Geschichte erzählt, die in den 2000er Jahren medial sehr genau und umfassend begleitet wurde. Nach der Flugzeugkatastrophe von Überlingen, der aufgrund einer Verkettung von Fehlern, Unaufmerksamkeiten und technischen Problemen im Jahre 2002 über dem Bodensee 71 Menschen, darunter 49 russische Kinder zum Opfer fielen, bahnt sich eine weitere, menschliche Katastrophe an, die Andreasyans Film zu einem intensiven, bewegenden und visuell mitreißenden Stück Kino verarbeitet. Der ossetische Architekt Vitaliy Kaloev macht in dem Schweizer Fluglotsen Peter Nielsen den Verantwortlichen der Tragödie aus. Aus Verzweiflung über die Kälte der an der Katastrophe beteiligten Firmen, die in gegenseitigen Schuldzuweisungen die menschliche Komponente völlig aus den Augen verlieren, sucht er 2004 Nielsen auf und ersticht ihn.  Mit Dmitriy Nagiev steht einer der größten russischen Stars vor der Kamera und gibt in der Rolle des Vitaliy Kaloev eine unvergessliche Performance.

Sarik Andreasyan ist ein Phänomen nicht nur des russischen Kinos. Mit gerade mal 29 zählte er zu den drei erfolgreichsten russischen Regisseuren aller Zeiten. 2012 drehte er mit  »American Heist« seinen ersten US-Film, sein Drama  »Earthquake« (2016) war Armenien Oscareinreichung und 2017 brachte er mit  »Guardians« die russische Antwort auf die Marvel Superheldenfilme auf die Leinwand, die auch hierzulande im Kino zu sehen war.

Der Stoff war bereits zweimal Vorlage für eine deutsche Verfilmung. Der Kinofilm »10 Sekunden« von Nicolai Rohde und der TV Film  »Flug in die Nacht – Das Unglück von Überlingen«, in der Ken Duken die Rolle des Fluglotsen spielte, näherten sich aus anderer Perspektive dieser menschlichen Tragödie.

»Unforgiven« wird in Oldenburg mit deutschen Untertiteln präsentiert, die vom Partner des Festivals, Alias Film und Sprachtransfer, erstellt werden. Der Film ist eine Produktion der Big Cinema House, die in Oldenburg nach den Aufführungen beim Shanghai International Film Festival und dem Filmfest in Moskau seine europäische Premiere feiern wird.

Am Mittwoch, den 12. September eröffnet »UNFORGIVEN« ab 19:00 Uhr das 25. Internationale Filmfest Oldenburg mit einer feierlichen Galapremiere in Anwesenheit von Regisseur Sarik Andreasyan, Produzent Lenny Levi und weiteren Mitgliedern aus Cast und Crew.
Die Eröffnungsgala wird in diesem Jahr erstmalig in der Kongresshalle der Weser Ems Hallen stattfinden.

Karten für die Eröffnungsgala in der Kongresshalle gibt es ab dem 24. August  unter https://www.filmfest-oldenburg.de/de/tickets/ und ab dem 03. September der Bau_Werk Halle am Pferdemarkt 8.

Für alle weiteren Events beginnt der Kartenvorverkauf online ab dem 31. August und ab dem 03. September ebenda und bei der offiziellen VVK-Stellen der Bau_Werk Halle am Pferdemarkt 8 sowie an allen ADticket-VVK-Stellen.

Dauerkarten und Tickets für die JVA-Vorstellungen sind in diesem Jahr ausschließlich in der Bau_Werk Halle erhältlich.

 

Alle Texte zum Filmfest: Medienhaus Emsland

Fotos: MiO Made in Oldenburg,miofoto

 

"One of the most off-beat festivals in Europe."
Variety

"The Oldenburg Film Festival is being labelled the German Sundance by an increasingly curious trade press."
The Hollywood Reporter