Küchenchefin Dorina Suciu versorgt täglich 180 Leute mit drei Mahlzeiten

Cirkus Krone in Oldenburg, Veranstaltungen und Konzerte mit MiO und miofoto

Wenn Dorina Suciu sich um das Frühstück ihrer "Familie" kümmert, dann muss sie früh aufstehen. Denn 380 Brötchen, 30 kg Brot, etliche Gläser Marmelade und Berge von Butter müssen um 7 Uhr bereitstehen. Dorinas "Familie" ist der Circus Krone. Sie ist die Chefin der circuseigenen Küche. Seit 6 Uhr früh dampft es im Reich der Küchenfeen. Fünf Pfund Kaffee allein verbrauchen sie für die Zubereitung des Kaffees. Rund 3000 Euro pro Tag muss Circus Krone für die Ernährung von Mensch und Tier aufwenden. Denn die vier Mitarbeiter des Katinenwagens versorgen dreimal täglich rund 180 Circusleute.

Mittags und abends stehen wechselnde Gerichte auf dem Speiseplan - mal Bohnensuppe, mal Hühnerfrikassee, Gulasch oder Schinkennudeln mit Salat. "Abwechslungsreich muss es sein", sagt die rundliche Küchenchefin, die vor allem süßen Milchreis in allen Variationen liebt. Das Schönste sei, "wenn's den Leuten schmeckt, doch das ist wie Lotto spielen". Bei ihr gibt es deutsche-rumänische Hausmannskost. "Einmal habe ich echtes Borschtsch gemacht, das kam bei den Leuten nicht so gut an", erinnert sich Dorina. Besonders beliebt bei den Circusleuten sind Desserts. Und das Lieblingsgericht? "Bei Kotelett mit Pommes weiß ich immer, dass es garantiert alle wird".

 

Schon als sie vor vier Jahren die rollende Kantine in München zum ersten Mal betrat, wusste sie, dass sie für immer bleiben wollte. Gelernt hatte sie ihren abwechslungsreichen Beruf in Rumänien. Seit 2013 gehört sie mit zur großen Circus-Krone-Familie. Jetzt lebt die rumänische Frohnatur aus Arad mit ihrer Familie im Wagen 4, direkt neben der Küche in einer Circuswagenhälfte. Nebenan sind Lebensmittel gelagert. "Es ist mein Traumberuf", sagt die gelernte Köchin. "Ich liebe das Herumreisen, das Kochen und die Circusleute". Genauso wie ihre beiden Töchter, die im Circus-Cafe mitarbeiten. Von 6 bis 19 Uhr ist täglich Küchendienst.

 

In drei großen Kesseln (200, 180 und 50 Liter), sowie im Konvektomat, einem Heißluftdampfgerät wird gekocht und frittiert. Einmal in der Woche wird der Speiseplan zusammengestellt. "Pro Monat versuche ich mit 17.000 Euro für das Essen auszukommen, Höchstgrenze ist € 22.000.-", sagt Dorina Suciu. Für den Einkauf ist sie nicht zuständig. "Aber beim Großhändler kommen schnell 1.500 Euro zusammen", weiß sie. Immerhin sollen 180 Circusleute - neben dem Ballett die Leute hinter den Kulissen - satt werden. Die circa 80 Artisten und Hausangestellten versorgen sich selbst. Sie kochen in ihren Campingwagen- Küchen eigene Mahlzeiten.


Die Frage, ob es denn beim Krone-Gastspiel auch öfters einmal Fisch gibt, lässt das runde Gesicht der Rumänin vor lauter Grinsen noch breiter werden: "Fisch gibt's fei jeden Freitag, mir san doch katholisch".

 

Text: Dr. Susanne Matzenau