Ballettpremiere in Oldenburg

"Drei Generationen"

 Antoine Jully ist  Chefchoreograph am Oldenburgischen Staatstheater und  jetzt auch Ballettdirektor.
"Drei Generationen" ist das Theman an diesem Abend. Zu sehen gibt es vier Stücke, drei  sind Uraufführung.
Zwei  Stücke des Abends hat er auch selbst choreographiert.


"From The lighthouse": Floriado Komino, Gianluca Sermattei, Timothée Cuny
Den Anfang hatte Jully  dem Tänzer Lester René Gonzáles Alvarez  überlassen:Das Ensemble setzte sich mit dem Thema "Angst" auseinander, das Bühnenbild bestand nur aus einem dicken, diagonal gespannten Tau. Sehenswert

"Is this it?": Eleonora Fabrizi, Timothée Cuny
Die beiden Choreographien von Antonine Jully  an diesem Abend – "Is this it?" und  "Harmonic Language" – tragen seine Handschrift: hochgradig anspruchsvoll und werden in  Perfektion von den inzwischen insgesamt 13 Tänzerinnen und Tänzern dargeboten.


"Tensile Involvement": Herick Moreira, Ensemble
Eine Rekonstruktion eines Stücks aus dem Jahr 1953 von Alwin Nikolais war das nächste Stück des Abends. In "Tensile Involvement" tanzt und verstrickt sich das Ensemble in elastischen Bändern die die ganze Bühne bespannen. Es  entstehen immer  neue Formen, bunt, verspielt und ein herrlicher Kontrast zu den anderen Choreographien.

"Harmonic Language": Gabrune Sablinskaite, Adi Hanan, Maelenn Le Dorze, Marié Shimada
Der Abend endet mit einer Choreographie zu Béla Bartóks Streichquartett Nummer 4. Keine leichte Kost –  dafür wirklich sehr schön anzusehen!

 

Die Zuschauern feiern im Saal  diesem grandios Abend. Jully ist längst angekommen in Oldenburg und hat hier sein begeistertes Publikum gefunden.

"Drei Generationen" gibt es im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters wieder am 18. und am 28. November zu sehen.

 

 

Staatstheater Oldenburg, Kleines Haus, 15.10.2017 Pre von:

…UN DENN DE HEVEN VULL VON GEIGEN

Delmenhorst oder Afrika, das ist kein Unterschied

Sie reisen um die Welt, kaufen Tablets, sind körperlich und geistig fit und haben auch noch eine gehörige Portion Lebenserfahrung im Gepäck. Menschen über 60 Jahren sind heutzutage alles andere als altmodisch und gebrechlich. Aber kann man auch im hohen Alter eine neue Liebe finden? Sechs Senioren, drei Männer und drei Frauen zwischen 60 und 80 Jahren, haben den Schritt gewagt: Sie begeben sich auf die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner – beim Speed Dating einer Kontaktbörse.

Sie hatten schon viele Begegnungen in ihrem Leben. Ob verwitwet, geschieden oder jahrelanger Single, jede und jeder bringt seine ganz eigenen Hoffnungen und Sehnsüchte mit.

Wie mache ich einen guten ersten Eindruck? Bin ich vielleicht zu langweilig? Wie flirtet man eigentlich nochmal und wie geht es nach einem vielversprechenden Gespräch weiter? Vom Flirt-Coaching, kleinen Tanzeinlagen bis hin zum spannungsreichen Speed Dating hat diese Kontaktbörse alles zu bieten, was die Chance auf das passende Herzblatt größer macht. Doch findet hier jede und jeder genau das, was sie oder er sucht?

Der Autor und Regisseur Marc Becker, der bereits zum vierten Mal für das Niederdeutsche Schauspiel engagiert wurde, hat exklusiv für das Ensemble der August-Hinrichs-Bühne ein
amüsant-berührendes Stück über die Frühlingsgefühle im hohen Alter schreiben — welches unter seiner Regie auch im stürmischen Herbst kein Publikumsherz kalt lassen wird.
Und so stürmisch der Herbst die letzten Tage in Deutschland war, Bahnstrecken gesperrt und Bäume ausgewurzelt, so stürmisch war der Applaus des Publikums als der Vorhang fiel
Mit: Margrit Backhus, Leonie Grote, Marion Horst, Inge Misegardes-Kroll; Heinz-Dieter Grein, Jürgen Müller, Pascal Oetjegerdes, Gert Prahm

 

 

05.09.2017, Bremen, Musical Theater

„Cats“ mischt das Musical Theater Bremen auf: stehende Ovationen.

 „Cats“, nichts anderes als ein Haufen Katzen, die sich nacheinander vorstellen und um die Gunst ihres Sippenältesten erhalten
Ein fulminanter Abend

Die Jellicle Cats haben sich für ihren alljährlichen Ball auf einer Londoner Müllhalde versammelt. Was mal neu war, landet im Abfall, wird gnadenlos ausgemustert – ein Schicksal, das allen Dingen und Wesen droht
Keine Hierarchien gibt es hier, in einer Katzenwelt, in der zwischen den Ständen kaum Unterschiede herrschen. Hier hat der rockende David-Bowie-Verschnitt Rum Tum Tugger genauso seinen Platz wie der fette Kater Bustopher Jones, der sich durch die Pubs und Clubs Londons schnurrt und schnorrt.

 Der Abend rollt fulminant vor sich hin.Wie ein Wollknäuel, mit dem ein Kätzchen vor sich hin spielt. Zwischen Massenchoreographien legt beispielsweise das Duo Mungojerrie und Rumpelteazer ein vergnügliches Pas de Deux hin.

Jede Katze hat was anderes drauf, dass sich variété-artig alles Mögliche vermischt: Modern Dance, klassisches Ballett, Rock’n’Roll,  Jazz und  Achtziger Jahr Pop. Wenn am Ende die gealterte Diva Grizabella ihre Stimme für „Memory“ nochmal hochjagt und der alte Deuteronomy sie für die Wiedergeburt bestimmt, wurde die Vergänglichkeit besiegt. Standing Ovations zuletzt  - kein Wunder angesichts bei grandios singenden Katzen.